Sie sind nicht angemeldet.
 

Robert Rauschenberg

Robert Rauschenberg gilt als einer der Väter der Pop-Art und Vertreter des US-amerikanischen Abstrakten Expressionismus. Er war Maler, Grafiker, Fotograf und Objektkünstler.
Er wurde am 22.10.1925 in Port Arthur, Texas als Milton Ernest Rauschenberg geboren und starb am 12.5.2008 in seinem Haus auf Captiva Island in Florida.
Ein begonnenes Studium der Pharmazie brach er ab, um ab 1946 Kunstgeschichte, Bildhauerei und Musik im Kansas City Art Institute, an der Académie Julian in Paris und im Black Mountain College in North Carolina zu studieren.

Sein frühes Werk 

Zu Beginn seiner Karriere, Anfang der 1950er Jahre, experimentierte Rauschenberg mit dem abstrakten Expressionismus. In dieser Zeit schuf er seine berühmten „White Paintings“, für die er weiße Wandfarbe auf Leinwände strich. Thema dieser Arbeiten war die Stille und das Auslöschen der Malerei, eine Art Abrechnung mit der darstellenden Kunst. Die gleichzeitig entstandenen Black und Red Paintings waren ebenfalls ein Versuch sich von alten Stilen und Materialien zu lösen. Großes Aufsehen erregte er 1951, als er eine Graphitzeichnung des Künstlers Willem de Koonig ausradierte.

Collagen und Pop-Art 

In den darauffolgenden Jahren schuf Robert Rauschenberg Collagen, die „Combine Paintings“. Er verband Stilmittel des abstarkten Expressionismus mit den der damals aufkommenden Pop-Art, kombinierte Malerei mit darauf befestigten alltäglichen Gegenständen, wie z.B. Autoreifen, Glühbirnen, Tapetenresten, Küchengeräten oder ausgestopften Tieren. Mit diesen Werken versuchte er Kunst und Leben miteinander zu verbinden.
Zeitgleich mit Andy Warhol fing er im Jahr 1962 mit Siebdrucken an, anders als dieser stellte er jedoch keine Serien oder massenhafte Anfertigungen seiner Werke her. Diese Technik ermöglichte es ihm neben den Farben und Gegenständen Fotos und Bilder der Massenmedien für seine Collagen zu verwenden. In den späten 1960er Jahren brachte er zusätzlich Elektronik auf seinen Kunstwerken an, „Experiments in Art and Technology (E.A.T.)“. Er wollte die Menschen mit seinen Arbeiten wachrütteln und mit ihrer Verantwortung konfrontieren, er verstand sich ebenso als Reporter wie als Künstler. Neben seinen Collagen inszenierte Rauschenberg mit anderen Künstlern zusammen Multimedia-Shows, die große Happenings waren.
In den 1970er Jahren fertigte er Lithografien an und experimenierte mit unterschiedlichen Materialien. Anfang der 1980er Jahre kehrte er zu seinen alten Techniken der Collagen und des Siebdrucks zurück, er verwendete aber im Gegnsatz zu früher keine Bilder der Massenmedien mehr, sondern eigene Fotos.
Ende der Siebziger stellte er ein 400 Metere langes, monumentales Kunstwerk her, das „¼ Mile“. Es bestand aus Collagen, Objekten und Gemälden, die vor allem die Konflikte der Kriege in Vietnam und Kambodscha thematisierten.
Das von ihm 1984 gegründete “Rauschenberg Overseas Culture Interchange (ROCI)” war sein letztes großes Projekt, dass als Wanderaustellung konzipiert war und mit der er 7 Jahre Lang 10 Länder bereiste, um mit den vor Ort lebenden Künstlern zusammenzuarbeiten.

Robert Rauschenberg über sich selbst 

Robert Rauschenberg war ein ausserordentlich vielseitiger, experimentierfreudiger, innovativer und humorvoller Künstler. Mitunter wird er als der wichtigste Künstler Amerikas der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bezeichnet.
Seine Kunst beschrieb er selbst mit folgenden Zitaten:
„Ich bin der Meinung, dass ein Kunstwerk wirklicher ist, wenn es aus Teilen der wirklichen Welt gemacht ist.“
„Ich hasse Ideen, wenn ich doch mal eine habe, gehe ich spazieren, um sie zu vergessen.“
„Kunst soll kein Konzept haben… Das ist das einzige Konzept, das für mich durchgängig gegolten hat“
„So etwas wie ein fertiges Kunstwerk, das gibt es für mich nicht.“